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‚Gekleidet in Licht‘

2. September 2018

Gebetsmantel, Schaufäden, das Manna und die Einheit Gottes … die Zahl 39

Was haben die Begriffe der wundersamen Wüstenspeise ‚Manna‘, des ‚Taues vom Himmel‘, der Zahl ‚Vierzig weniger Eins‘, der jüdische ‚Gebetsmantel‘ und das Gebot, sich ‚Quasten an die vier Ecken des Gewandes‘ zu machen, mit der ‚unspaltbaren Einheit Gottes‘ und dem Glauben an eben diese Einheit Gottes zu tun? Und was bedeutet die Tatsache, dass die jüdische Tradition niemals die ‚vollen vierzig Schläge‘ als Strafe für ein Vergehen verhängt, und dies mit den eben genannten Zusammenhängen begründet? Diesen Fragen soll im Folgenden ein wenig auf den Grund gegangen werden.

In einem Psalm (104,2) heißt es im Bezug auf den Ewigen Gott: ‚Oteh Or kaSsalmah‘, ‚er hüllt sich ein (mit) Licht, wie (in) ein Gewand‘.

In der jüdischen Tradition, wie sie auch von den Aposteln und dem Messias selbst gelebt worden sein dürfte, gibt es nun ein spezielles Gewand (‚Gebetsmantel‘, ‚Gebetsschal‘), das die Gottesebenbildlichkeit des Menschen speziell beim Gebet im Tagesanbruch (oder zumindest im Laufe des Vormittags, in der Zeit der aufsteigenden Sonne) verkörpert; es nennt sich auf Hebräisch ‚Talith‘, ein Wort, das sich vom Begriff des ‚Taus‘ (hebr. ‚tal‘) ableitet, von jener feinen Wasserschicht, die – in geheimnisvoller Weise vom Himmel herab kommend oder von der Erde aufsteigend – morgens die ganze Natur bedeckt.

Dieser ‚Tau vom Himmel‘, geschrieben auf Hebräisch Teth-Lamed, hat den Zahlenwert 39 (nebenbei: auch Lamed-Teth ist ein Wort mit dem Zahlwert 39, es bedeutet passenderweise ‚verhüllt; geheim‘, siehe z. B. 1. Samuel 18,22; 24,5).

Und das ‚Manna‘, eigentlich einfach ‚Man‘ im Hebräischen Original, wird in seinem Auftauchen über Nacht und wegen seinem Bedecken von aller Oberfläche mit eben diesem ‚Tau‘ verglichen. Das ‚Man(na)‘ ist abstrakt gesprochen dasjenige, was jedem von uns Tag für Tag als ‚unser Teil‘ zukommt, die jeweilige Tagesration unseres individuellen Schicksals; und wir können uns anstrengen wie wir wollen, im Endeffekt werden wir immer genau ’soviel‘, genau dasjenige bekommen, ‚eingesammelt haben‘, was gerade ‚genug‘, angemessen, für uns perfekt zugemessen ist.

Und spricht nicht auch der Christus im ‚Vater Unser‘, in diesem ‚Prototyp‘ eines Gebetes, davon, dass wir um ‚unser tägliches Brot‘ bitten sollen? Tatsächlich ist dieses ‚Brot‘ dort die einzige Bitte um ein konkretes ‚Gut‘, während alle anderen 6/7 Bitten des Gebets (nach der Version bei Matthäus) auf abstraktere Dinge abzielen (Gottes Name sei geheiligt, Sein Reich komme, Sein Wille geschehe, unsere Schuld und unserer Schuldiger Schuld sei vergeben, nicht in Versuchung geführt zu werden und vom Bösen erlöst zu sein).

Der traditionsbewusste Jude kleidet sich also (bzw. ‚hüllt sich ein‘) zu gegebenem Anlass auch ganz physisch sozusagen in seine Ration ‚Manna‘, in ’sein täglich Brot‘ (das Wort ‚Brot‘ hat auf Hebräisch übrigens exakt den doppelten Zahlenwert der 39 des ‚Taus‘, nämlich 78, geschrieben 30-8-40, L-Ch-M), das heißt, er empfindet sich als völlig umhüllt von seiner ‚täglichen Portion persönlichem Schicksal‘, und nimmt dieses – wie auch immer es gerade qualitativ und quantitativ beschaffen sei – als ein ihn schmückendes ‚Lichtkleid‘ wahr (siehe den oben erwähnten Vers in Psalm 104,2, den ein Jude beim Umlegen des Talith auch spricht), als eine Wiederspiegelung genau dessen im Kleinen, was Gott, der quasi die ganze Welt als sein Kleid hat, im Großen darstellt.

Aus dieser Assoziierung vom ‚Gewand‘ und den Lebensumständen, bzw. der ‚Umwelt‘, lässt sich nun auch eine der tieferen Dimensionen des Begriffs der ‚Unzucht‘ herleiten. ‚Unzucht‘ ist auf Hebräisch ‚Gilui Erwah‘, wörtlich etwa ‚Entblößen von Scham/Nacktheit‘; also ein ‚Entfernen des bedeckenden Gewandes‘. Was also ist ‚Unzucht‘ vor dem Hintergrund des in diesem Artikel ausgeführten Zusammenhangs von ‚Gewand‘ und ‚Lebenswirklichkeit‘? Etwas aus dem Gesamtkontext zu isolieren, es ’seines Gewandes zu berauben‘, und es dadurch ‚bloßzustellen‘ (siehe hierzu auch den Artikel ‚Zaun um die Thora‘).

Das Gewand hat an seinen vier ‚Ecken‘ (auch als ‚Flügel‘ oder ‚Winkel‘ übersetzbar) die sogenannten ‚Quasten‘, oder ‚Schaufäden‘ (hebr. ‚Tzitzith‘, bzw. im Plural ‚Tzitzioth‘), welche durch die Ordnung ihrer Umwindungen zwischen den vier Knoten und dem auslaufenden Ende der losen acht Fäden ein Muster von 7+8+11+13 zeigen (wenigstens nach der aschkenazischen Tradition); also ‚Neununddreißig‘, wie das Wort für den alles einhüllenden ‚Tau‘, für jenes in der Verborgenheit der Nacht geschenkte ‚Wasser vom Himmel‘, mit dem auch das ‚Manna‘, das ‚Brot vom Himmel‘ (siehe Johannes 6,31ff), assoziiert ist, und von dem der Gebetsmantel seinen hebräischen Namen herleitet.

Auf diese ‚Schaufäden‘ werden wir noch einmal zurückkommen.

Die Zahl 39 hat nun neben dem ‚Tau‘ und den Windungen in den Schaufäden noch drei sehr wichtige weitere Bezüge: Es ist nämlich die Zahl des fundamentalen Satzes des biblischen Glaubens, ‚JHWH Echad‘, ‚der Ewige ist EINS‘, also ‚der Ewige ist ein einiges, einziges, unspaltbares Wesen‘ oder auch: ‚die Einheit, das Eine, ist ewig am existieren, sie ist das beständige Sein‘. Außerdem ist die 39 der Wert des Begriffs der ‚Erlösung‘: Ge’ulah‘ (Gimel-Aleph-Lamed-He). Und die 39 ist die ‚Vierzig weniger Eins‘, die Höchstzahl der Schläge als Bestrafung, die die Überlieferung erlaubt, obwohl der ‚Buchstabe des Gesetzes‘ die ‚vollen Vierzig‘ nahelegt.

Jetzt soll dieses Prinzip der 39, bzw. der ’40 weniger 1′ Schläge als Strafe (für bestimmte, weniger schlimme Vergehen) kurz betrachtet werden (Deuteronomium 25,2+3; und daran anknüpfend die jüdische Praxis, die 40 stets knapp zu vermeiden, um gar nicht erst in Gefahr zu kommen, durch etwa einen Fehler beim Zählen, die Thora zu übertreten; siehe etwa die Paulus-Bestrafung, 2. Korinther 11,24).

Der Begriff der 40 steht in der Bibel im Prinzip für ‚die ganze Zeit‘, für ‚Zeit/Zeitlichkeit an sich‘; ’40 Schläge‘ im Sinne des Ewigen meint also, dass man ‚die ganze fließende Zeit lang‘ geschlagen wird, solange man also ‚hier in dieser Welt‘ lebt, ist man den Schlägen ausgesetzt, wenn es nach dem ‚Buchstaben des Gesetzes‘ allein geht. ABER: der Ewige, ‚der HERR‘ (wie das Tetragramm JHWH häufig übersetzt wird, und wie ja dann auch im Neuen Testament gleichermaßen das JHWH des Alten Testaments, als auch der ‚Titel‘ des Christus Jesus genannt werden als ‚Herr‘, ‚Kyrios‘ im Griechischen) erspart uns ‚den letzten Schlag‘, sodass diese 39, die ‚Zahl seiner Einheit mit Allem‘, auch für seine Barmherzigkeit mit uns steht, wenn wir ansonsten völlig der Zeitlichkeit ausgeliefert sind und ’nach Gesetz‘ darin einfach unrettbar verloren wären.

Überraschenderweise ist ‚Gnade‘, ‚Barmherzigkeit‘ innerhalb der ‚Zeit‘ (also in der symbolischen 40, Mem/Majim) dann gerade, wenn die absolute ‚Eins‘ von innerhalb dieser ‚Vierzig‘ her gesehen FEHLT, sodass genau die 39 übrig bleiben, die ‚Vierzig weniger Eins‘, die 3 mal 13, dreimal ‚Einheit‘, bzw. die ‚JHWH Echad‘, die ‚Einheit allen Seins‘, die uns als der hauchdünne ‚Tau‘ zugeteilt werden Tag für Tag (anstatt ‚alles auf einmal‘, wie etwa bei der ‚Sintflut‘ das ‚Wasser‘ mit einem Mal über uns kommt und tödlich ist, tödliche ‚Verwirrung‘ bringt, wie man das Hebräische Wort für die Sintflut, ‚mabbul‘, auch übersetzen könnte).

In der Mischnah (das ist der Kern des Talmuds, und damit die älteste Schicht der schriftlich kodifizierten jüdischen, ursprünglich mündlichen Überlieferung) wird übrigens dargelegt, dass 39 (bzw. wörtlich ‚Vierzig weniger Eins‘) auch gerade die Anzahl der am Sabbath ‚verbotenen’/unmöglichen Tätigkeiten ist. Eine Erklärung für die Zahl 39 hierbei ist, dass genau 39 mal das Wort ‚mal’akhah‘ (= ‚Arbeit; Werk‘) in der Beschreibung des Baus der ‚Mischkan‘, der ‚Wohnung Gottes in der Wüste‘, in der Thora vorkomme.

Nun taucht die Zahl 39 natürlich nicht nur als solche auf, sondern auch ‚kehrt sie wieder‘ in ihrer zweiten Erscheinung als EINHUNDERTneununddreißig, dann wiederum als 239, 339, usw. Insbesondere die ersten vier, bzw. fünf dieser ‚Erscheinungen‘ der 39 seien hier kurz angeführt – denn es ist in der Überlieferung ja gerade die Rede von den ‚Vier Welten‘, genannt Atziluth, Brijah, Jetzirah und Assijah, von denen die vierte, Assijah, ‚unsere‘ Welt des Tuns ist, die materielle Welt von Zeit und Raum, wie wir sie kennen, welche auf den ‚vorherigen‘ (besser: ‚tiefer liegenden‘ oder ‚höheren, subtileren‘) Drei basiert. Die ‚Erste Welt‘, Atziluth, kann man übersetzen als ‚im Schatten (Gottes)‘; die zweite dann, Brijah, ist dem Namen nach in etwa aufzufassen als der ’ständige Schöpfungsprozess‘, aus dem sich die folgenden Welten speisen; die dritte, Jetzirah, bedeutet die konkrete ‚Formgebung/-werdung‘ des auf höherer Ebene bereits festgelegten Ur-Musters; und die vierte ist, wie gesagt, die ‚Welt des Tuns‘, unsere Welt. Um einige hebräische/biblische Begriffe zu finden, die mit den entsprechenden Zahlenwerten (139, 239, 339 und 439) belegt sind, wurde sich hier des Zahlenlexikons von Axel Nitzschke (a.k.a. Alfred Liebezahl; sein Andenken sei zum Segen) bedient, das für solche Zwecke treue Dienste leistet und per Internet-Suche für jeden Interessierten frei verfügbar zu finden ist.

Ihre ‚Zweite Erscheinung‘ hat die Zahl 39, die Zahl des ‚Taus‘ und des ‚verhüllt-seins‘, nun in der 139, wo sie also bereits von der Welt ‚im Schatten Gottes‘, aus der Sphäre der Archetypen, herabgestiegen ist und in der Welt von ’ständiger Schöpfung‘ zu einem ‚träufeln, triefen‘ wird (Nun-Teth-Phe), und auch zu einem ‚Euter‘ (Ajin-Teth-Jod-Nun).

Ihre ‚Dritte Erscheinung‘ ist dann ihr Niederschlag in die Welt der Formgebung hinein; dort bildet sie mit dem Zahlwert 239 das ‚Los, Schicksal‘ (‚Goral‘; Gimel-Waw-Resch-Lamed), aber erstarrt auch zur Härte von ‚Eisen‘ (‚Barzel‘, Beth-Resch-Zajin-Lamed). Und außerdem können wir hier den Ausdruck aus Exodus 12,15 entdecken, wo im Zuge des Passah-Geschehens ‚jedem, der Gesäuertes isst‘ (‚kol okhel chametz‘) die Konsequenz angekündigt wird, nicht Teil des Wunders vom Auszug aus dem ‚Hause der Knechtschaft‘ sein zu können. Auch weist ein Bruder darauf hin, dass das israelitische ‚Glaubensbekenntnis‘, das ‚Schema Jissrael‘, bestehend aus drei bestimmten Thora-Passagen, aus genau 239 Wörtern besteht (und aus genau 1000 Zeichen, wie Friedrich Weinreb anmerkt, sein Andenken zum Segen).

Die ‚Vierte Erscheinung der 39‘ dann, die 339, also ihr Erscheinen in unserer ‚Welt des Tuns‘, ist nun entsprechend eine endgültige Manifestation all des vorherigen: die Wurzel Lamed-Teth-Schin, bedeutet nämlich ’schleifen, vervollkommnen‘, und auch einen ‚Diamantschleifer‘ – das uns zugeteilte ‚Schicksal‘, unsere ‚Ration des Manna‘, das unsere Wirklichkeit für uns immerzu neu-schöpfend auf uns ‚hernieder träufeln lässt‘ aus dem ‚Euter‘ der Himmel, mehr und mehr ‚verhärtet bis hin zum Eisen‘ und mit sich die Gefahr bringt, die Befreiung aus der bedrängenden Form nicht miterleben zu können, weil ‚man sich mit all dem Aufblähenden, dem Chametz, dem Gesäuerten, gemein macht‘ … diese stufenweise Verdichtung des ‚Taus‘, jener subtilen Verbindung von Himmel und Erde im Glauben an die ‚Einheit des Ewigen‘, endet in unserer Welt also in einem Prozess des ‚Geschliffen-Werdens‘, wird für uns zum ‚Diamantschleifer‘, der uns früher oder später in die uns zugedachte Form bringt.

Aber auch ist die 339: ein potentielles ‚eisernes Joch‘ (siehe dazu auch Deuteronomium 28,48). Und zu aller Letzt dann, zurück zum Himmel aufsteigend: ‚Myrrhe und Weihrauch‘ (siehe etwa Hohelied 3,6), ein Wohlgeruch für den Himmel, wie die Gebete der Heiligen, die emporsteigen (vgl. Offenbarung 5,8; 8,4; sowie Psalm 141,2), und der Kreis schließt sich: die unterste Welt wird wieder mit den höchsten Höhen verbunden durch den Aufstieg des geläuterten, geschliffenen Menschen!

Eine fünfte nennenswerte Erscheinung der 39, als 439, findet sich zuletzt in den Begriffen ‚Galuth‘ (‚Exil, Verbannung‘) und ‚Schoftim‘ (‚Richter‘; ‚diejenigen, die Recht [wieder]herstellen‘; auch Name des gleichnamigen Buches in der Bibel).

Aber nun kommen wir endlich zum Prinzip der sogenannten ‚Tzitzith‘ (wörtlich in etwa ‚Blüte[nartiges], Blume[nartiges]; Sprossendes‘). Es ist nicht unbedeutend, dass dieses ‚Gebot‘ (bzw. diese Empfehlung), Tzitzith zu tragen, sogar im täglich mindestens zweimal gesprochenen ‚Glaubensbekenntnis‘, dem ‚Schema‘ Jissrael‘, enthalten ist (siehe Numeri 15,37-41; daneben wird auch noch ein anderer Vers als auf diese Empfehlung bezogen verstanden, nämlich Deuteronomium 22,12); es enthält folgende sechs Aspekte:

1. Die Kinder Israels machen diese ‚Blumenartigen, Sprossenden‘ fest ‚an den (vier) Ecken/Winkeln/Flügeln ihrer Gewänder, für (all) ihre Geschlechter‘

2. sie befestigen an ihnen einen ‚himmelblauen Faden‘ (auch übersetzbar als ‚ein sich-Winden der Vollendung‘)

3. sie werden ’sie sehen‘ und werden ‚gedenken aller Mitzwoth (~ Empfehlungen) des Ewigen‘

4. … um dadurch ’nicht nachzuspähen ihren (eigenen) Herzen und ihren Augen‘

5. … um so ‚Heilige zu sein für ihren Gott‘

6. dies alles um stets zu gedenken, dass JHWH ‚der Gott ist, der sie aus Ägypten/Mizrajim geführt hat, damit er ihnen zum Gott sei‘

Die Tzitzioth sollen also in erster Linie ‚erinnern‘ … und es gibt traditionell sechs ‚Erinnerungen‘, derer man sich Tag für Tag ausdrücklich erinnert, die sogenannten ‚6 Zekhiroth‘:

1. die Befreiung aus Mitzrajim/Ägypten (Deuteronomium 16,3)

2. all die Wunder bei der Offenbarung der Thora am Horeb (Deuteronomium 4,9-10)

3. Amaleks Übeltat und dass man sein Andenken ausrotte (Deuteronomium 25,17-19)

4. wie wir den Ewigen in der Wüste erzürnen (Deuteronomium 9,7)

5. was der Ewige mit Miriam tut beim Auszug aus Ägypten (Deuteronomium 24,9)

6. den Sabbat zu bewahren und zu heiligen (Exodus 20,8)

Zu diesen sechs ‚zu verinnerlichenden Geschehnissen und Empfehlungen‘ wäre sicherlich vieles zu sagen. Einiges können geneigte Lesende wohl schon aus der bisherigen Lektüre der Artikel in den Rubriken ‚Grundlage‘ und ‚Erbauliches‘ herleiten, anderes wird, so Gott schenkt, noch in folgenden Artikeln direkt oder indirekt angesprochen.

An dieser Stelle sollen daher nur ein paar Stichpunkte gegeben werden:

Die ‚Befreiung aus Ägypten/Mitzrajim‘ ist das Gnadengeschenk, unsere göttliche Seele aus der Gefangenschaft dieser Welt hier befreit zu bekommen.

Die ‚Wunder bei der Offenbarung der Thora am Horeb‘ schließen nicht nur die Offenbarung selbst ein, sondern im weitesten Sinne alles, was seit dem Auszug aus Ägypten in der ‚Wüste‘ geschieht. Beispielhaft sei hier auf das ‚wundersame Manna‘ verwiesen, das in diesem Artikel bereits recht ausführlich behandelt wurde. Der Begriff der ‚Wüste‘, wo all die Wunder stattfinden, ist im Übrigen immer auch das ‚Gespräch‘ (beide Wörter im Hebräischen gleich geschrieben, Mem-Daleth-Beth-Resch), insbesondere das Gespräch, das der Mensch als Individuum mit Gott, seinem Schöpfer, führt. Dies wiederum vor allem in Form der ‚Worte Gottes‘, die dem jeweiligen Menschen individuell in Gestalt seines persönlichen Schicksals zugeteilt sind (’seine Ration Manna‘), und dieses Menschen Reaktionen darauf in Gestalt der Entscheidungen, die er im Leben trifft – also der ‚Antworten‘, für die er ‚Verantwortung‘ übernimmt. Die ‚Offenbarung der Heiligen Thora‘ ergibt sich aus diesem Gespräch quasi ‚wie von selbst‘, sie ist Bestandteil dieses Gesprächs – ENTSCHEIDENDER Bestandteil, den das Individuum lediglich in seiner unübertroffenen Bedeutsamkeit zu identifizieren schaffen muss. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Überlieferung das Wort ‚Sinai‘ dem Klange nach mit einem Wort für ‚Hass‘ assoziiert sieht … die Offenbarung der Thora uns also ‚vom Hass her‘ erreicht. Auch, dass der andere Name des ‚Berges‘ (‚Berg‘ ein Begriff der schon vom Deutschen her mit dem ‚verBERGen‘, der Verborgenheit zusammenhängt; im Hebräischen auch speziell mit dem Begriff der ‚Schwangerschaft‘) ‚Horeb‘, Hebräisch ‚Chorev‘, ist, was mit ‚Schwert‘ oder ‚Verwüstung‘ übersetzt werden kann, also wiederum, ähnlich wie ‚Hass‘, auf die Anfechtung, auf Bedrängnis und Feindschaft hinweist, die mit der Offenbarung des Willens Gottes einhergeht, bzw. AUS DER HERAUS erst diese Offenbarung hervorgeht in unserem Erleben unseres ‚Gespräches‘ mit dem Ewigen.

‚Amalek‘ ist in der Überlieferung vor allem dem Namen nach mit ‚Mühsal‘, mit ‚Leistung(sdruck)‘ und ‚Werk(sgerechtigkeit)‘ assoziiert (‚amal‘, Ajin-Mem-Lamed). Von solcherlei Ambitionen und Motivationen geht also eine niemals zu vergessende Gefahr gerade für diejenigen Teile in einem selbst aus, die ’schwach‘ sind, für die ‚Nachhut‘ (siehe Exodus xyz, der Angriff Amaleks auf die gerade aus Ägypten Ausgezogenen).

Wie wir ‚den Ewigen erzürnen in der Wüste‘ hat viele Ausprägungen, die im Prinzip alle mit einem Mangel an Vertrauen und Treue (‚Glaube‘) zu tun haben, und von denen unsere Freveltat des ‚goldenen Kalbes‘ dann der traurige Höhepunkt ist. Hierbei ist zu bedenken, dass das ‚Kalb‘ auf Hebräisch genauso geschrieben wird, wie der ‚Kreis‘ (Ajin-Gimel-Lamed; ‚Egel‘, bzw. ‚Igul‘ ausgesprochen). Die Überlieferung sieht darin unter anderem einen Bezug zum ‚logisch-abgerundeten‘ Denken und Planen, das der Menschengeist so gern hat, dass aber die ewige Wahrheit zwangsläufig nie GANZ erfassen kann, und damit Gefahr läuft, sie zu verstümmeln, also zu einer Lüge zu machen. Der Satan gilt auch als ‚der Engel, der zu viel (logisch) gedacht/gerechnet hat‘. In den jüdischen Legenden rund um die Goldenes-Kalb-Geschichte wird dann auch vom Satan erzählt, der ‚am vierzigsten Tag‘ von Moses Abwesenheit, mit ‚bestechend logischer Argumentation‘ vorrechnet, dass Mose schon längst zurück hätte sein müssen, wenn er wirklich der ist, der er vorgibt zu sein. Und wie der Satan auf diesem ‚logischen Weg‘ die Israeliten dazu verführt, nicht länger auf Mose zu warten, sondern ‚die Dinge lieber selbst in die Hand zu nehmen‘ …

Was ‚der Ewige mit Miriam tut beim Auszug aus Ägypten‘ (Numeri 12,10-15) bezieht die mystische Auslegung speziell auf das Wesen unserer Welt des Siebten Tages im Allgemeinen (wofür ‚Mirjam‘ hier steht: sie ist die ‚Frau‘, also die ‚Erscheinung‘, die ihrem Namen nach ein ‚Meer der Bitternis‘ ist, wie auch die ‚Siebte Frucht‘ des Gelobten Landes, die ‚Dattel‘, ihrem Hebräischen Namen nach, trotz ihrer Süße, auch als ’sie ist bitter‘ übersetzt werden kann): dass nämlich diese Welt unrein ist ‚alle sieben Tage lang‘, daher ‚abgeschlossen ist‘ und außerhalb des Lagers mit Gottes Präsenz verweilen muss – dass dies aber gerade zu ihrem Heil geschieht, damit die Welt nämlich in ihrer Eingeschlossenheit, ‚allein mit sich selbst‘, erkennen kann, was in ihr verborgen liegt; dass also ‚das Weibliche‘ das (eigene) Innere (‚Verinnerlichte‘, ‚zekher‘), sprich: ‚das Männliche‘ (‚zakhar‘) in sich selbst wiederfindet. Und am ‚Achten Tag‘ ist sie wieder ‚rein‘ und kehrt zurück ‚ins Lager‘, in die Anwesenheit Gottes (zum ‚Achten Tag‘ siehe wiederum den Artikel ‚Salbung und Achter Tag‘).

Und zuletzt: die ‚Sabbat-Heiligung‘ meint das, was im Artikel zum ’sehr guten Siebten Tag‘ etwas ausführlicher erläutert wird; den Zusammenhang von ‚Unzufriedenheit mit der Welt‘ und ‚Sabbatbruch‘.

Alle diese 6 Dinge hängen also mit dem ‚Auszug aus Ägypten‘, der ersten der sechs ‚Erinnerungen‘, zusammen, sind entweder eine Folge davon (2.-5.) oder anderweitig damit assoziiert (der Sabbat-Tag wird in der Version der Zehn Worte (’10 Gebote‘) im fünften Buch Mose mit dem ‚Auszug aus der Knechtschaft‘ assoziiert, siehe Deuteronomium 5,15). Und gerade dieser Auszug aus Ägypten wird explizit im Rahmen der Empfehlung zu den Tzitzith als etwas genannt, dessen man ‚gedenken‘ solle.

Und an den Tzitzith, an diesen ‚Gedenk-Quasten‘, ergreift in Matthäus 9,20 (siehe auch Markus 5,25ff) die ‚blutflüssige Frau‘ Jesus, und erfährt dadurch Heilung. Und das ‚Gedenken, Erinnern; Verinnerlichen‘ ist im Hebräischen (Schriftbild) eben dasselbe Wort, wie dasjenige für ‚männlich‘ (zekher, bzw. zakhar). Die ‚Frau‘ (= Sinnbild für das ‚Umhüllende‘; vgl. auch das Wort ‚weiblich‘ auf Hebräisch, ’neqabah‘, das gleich geschrieben wird wie das für ‚Höhle; Hülle‘, ’niq’bah‘) ergreift also das ‚Männliche‘ und durch dieses Zusammenkommen (von ‚männlich und weiblich‘, ‚innerlich und äußerlich‘, ‚Verborgenem und Umhüllung‘) tritt Heilung, also ‚Ganz-Werdung‘ ein, als die ‚Frucht‘ der Begegnung.

So ist dann auch die 39 auf der nächsthöheren Ebene die 390. Und das ist die Zahl vom Begriff des ‚männlich-und-weiblich‘ (‚zakhar un’kavah‘), als das der Ur-Mensch Adam geschaffen ist, als Einheit von Innerlichem und Äußerlichem (bzw. wörtlich ‚Gedächtnis/Verinnerlichtes und Höhle/Hülle‘, ‚zecher unik’bah‘), das heißt: die Einheit aus Verborgenem und Erscheinendem, die Ganzheit von Sein und Werden. Und auch ist 390 die Zahl von den ‚Himmeln‘, die Zahl von dem ‚Salböl‘ des Messias (der also in diesem Sinne ‚mit den Himmeln gesalbt ist‘), und auch die Zahl von den ‚Notzrim‘ (Nun-Tzade-Resch-Jod-Mem); das sind die ‚Christen‘ (im Sinne von ‚Nazarener‘) im modernen jüdisch-hebräischen Sprachgebrauch, wörtlich bedeutet das Wort auch einfach die ‚Bewahrer, Befolger‘, bzw. die ‚Wächter (z. B. auf der Stadtmauer)‘ – aber bezeichnenderweise sind die ‚Notzrim‘ auch die (in dieser Welt hier) ‚Bedrängten‘ …

Und zudem kann man in der 39 die ‚vierte Erscheinung der Neun‘ sehen, also die Manifestation des ‚Prinzips 9‘ in unserer ‚Welt des Tuns‘. Und die Neun, das Hebräische Zeichen Teth, ist der Überlieferung nach insbesondere mit der ‚Gebärmutter, die das Kind schon in sich trägt‘ assoziiert (unter anderem aufgrund der Form des geschriebenen Buchstabens), sowie mit dem Konzept des Totenreichs, der ‚Unterwelt‘, der ‚Sche’ol‘, wörtlich ‚Fragendes, Forderndes‘, worin sich ebenfalls die Entfaltung des ewigen Lebens alles ‚Gestorbenen‘ vorbereitet, wie das neue Leben irdisch in der Dunkelheit einer Gebärmutter vorbereitet wird (siehe auch die NEUNTE Plage über Ägypten: die Dunkelheit; der Auszug aus Ägypten wird dann auch konsequenterweise mit einem ‚Geburtsvorgang‘ verglichen, wobei zum Beispiel das Abschneiden der nachjagenden Ägypter mit dem Durchschneiden der Nabelschnur und der Abtrennung der Nachgeburt assoziiert wird).

Jeschua, die Hebräische Form des Namens Jesu, unseres Erlösers, geschrieben Jod-Schin-Waw-Ajin, hat übrigens einen Zahlenwert von 386. Und die ursprüngliche Form dieses Hebräischen Namens (der als ‚Jeschua‘ bereits eine Art umgangssprachliche Kurzform ist) ist Jehoschua (wie der ‚Josua‘ des Alten Testaments, der ‚Jünger des Mose‘, im Original heißt); geschrieben Jod-He-Waw-Schin-Ajin (selten auch mit einem zweiten Waw vor dem Schluss-Ajin geschrieben) hat dieser Name einen Zahlenwert von 391 (bzw. 397). Der Name des Messias ist der 390 also zumindest SEHR NAH.

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