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Ewigkeit der Bibel

29. November 2018

Eine kurze Betonung der EWIGKEIT allen biblischen Erzählens

Dies hier ist ein wichtiger Hinweis, der vielleicht eigentlich schon ganz zu Beginn der Rubrik ‚Grundlage‘ in dieser Ausdrücklichkeit gegeben hätte werden sollen. Zumindest soll er hier nun vor allem weiteren Behandeln der biblischen Inhalte und der diese Inhalte erläuternden jüdischen und christlichen Überlieferung (und eigentlich aller ‚Heiligen Schrift‘ überhaupt, egal welchem Kulturkreis entstammend) gegeben werden. Und zwar geht es in diesem kurzen Artikel um den Raum- und Zeitbegriff in der Bibel und die prinzipielle (Nicht-)Übertragbarkeit desselben in ‚unsere‘ vierdimensionale Wirklichkeit. Eine Angelegenheit, deren Nichtbeachtung im Laufe der Zeitalter zu schrecklichen Entweihungen der Bibel geführt hat, und in heutiger Zeit noch immer – vielleicht sogar so ausgiebig, wie noch nie bisher – zu solch haarsträubenden Entweihungen führt.

Ausgangspunkt sei bei diesem Thema nun daher die folgende Feststellung: In ERSTER Linie beschreibt die Bibel (insbesondere die Thorah, also die ‚Fünf Bücher Mose‘, aber auch alle anderen Bücher bis hin zu den Schriften des Neuen Testamentes) Verhältnisse IM EWIGEN, das heißt, in einer ‚grundlegenden‘ (= ‚das Fundament für alles bildenden‘) Wirklichkeit, die zwar auch Zeit und Raum beinhaltet, Raum und Zeit sogar gänzlich ‚umfasst‘ geradezu, jedoch dabei nicht AUF diese und DURCH diese beschränkt ist. Dadurch ist ‚Raum‘ in der Bibel nicht so klar definierbar (also wörtlich ‚abgrenzbar‘, bzw. ‚um- oder ein-grenzbar‘), wie in ‚unserer‘ Welt von Zeit und Raum, und dadurch ist ebenso ‚Zeit‘ in der Bibel nicht so klar ‚linear‘ verfolgbar, wie wir es aus ‚unserer‘ Zeit-und-Raum-Welt (zu) kennen (glauben).

Das meint nun nicht, dass alles in der Bibel ‚aus dem Ewigen heraus‘ beschriebene Geschehen sich ALLEIN in einem abstrakten ‚Ewigen‘ abspielt! Im Gegenteil: Alles aus dem Ewigen schlägt sich auf die ein oder andere Art geradezu zwangsläufig AUCH in dieser uns bekannten Welt der fließenden, ‚historischen‘ Zeit und des geografisch relativ klar unterteilbaren Raumes nieder (und zwar typischerweise sogar wieder und wieder, siehe dazu auch den berühmten Vers aus dem Prediger: ‚Es gibt nichts Neues unter der Sonne‘).

Jedoch beschreibt die Bibel nicht in erster Linie diesen ‚Niederschlag‘ im Zeiträumlichen, sondern nutzt lediglich die Begriffe aus der uns bekannten Welt (Kultur und Natur), um die an sich unausdrückbaren ewigen Prinzipien für uns in Gleichnissen dennoch ausdrücken zu können.

Darüber hinaus ist bei allen Versuchen, biblisches Geschehen in der Historie wiederzufinden, zu bedenken, dass die Heilige Schrift die Dinge nicht so beschreibt, wie WIR sie als sinnlich-wahrnehmende Wesen mit unseren egoistischen Perspektivbeschränkungen erleben würden, und schon gar nicht wie man sie als professioneller ‚Historiker‘ beschreiben würde …

Die Bibel beschreibt das Geschehen schlichtweg so, wie GOTT selbst es sieht.

Ein Leitsatz der jüdischen Überlieferung, wo diese noch in ihrer Tiefe erlebt wird, und nicht zu bloßem ‚Volkskulturgut‘ umdeklariert worden ist, lautet: ‚Es gibt kein Vorher und Nachher in der Thorah‘ (‚Ejn Muq’dam weMe’uchar baThorah‘, siehe etwa Talmud Bavli, Traktat Schabbath xyz). Wenn dieser Satz in der angeführten Talmud-Stelle auch dem Kontext nach oberflächlicher gedeutet werden kann, so ist doch seit langem (wenn nicht ’seit jeher‘) auch die Auslegung bekannt, dass dieser Satz eben auf die EWIGKEIT hinweist, in welcher ein jedes Wort, ja: ein jedes einzelne Zeichen der Heiligen (insbesondere ‚Schriftlichen‘) Thora besteht. Zum Beispiel: Wenn ‚Israel‘ durch ein ‚Passah-Opfer‘ und das dazugehörige Gotteswunder aus ‚Ägypten befreit‘ wird, dann ist das nicht ‚irgendwann einmal geschehen in der historischen Geschichte‘, sondern dann geschieht es IMMERZU in eines jeden Menschen Seele – mindestens als vorhandenes Potential. Hierauf wird in der mündlichen Überlieferung der Juden schon immer mit Nachdruck hingewiesen. So sollen wir uns (neben fünf weiteren Sachverhalten) gerade dieses Auszuges aus der Knechtschaft Ägyptens erinnern; und zwar tut man dies im jüdischen Brauch jeden Tag nach dem Morgengebet (basierend auf der Deutung von Deuteronomium 16,3; und siehe hierzu auch den Artikel ‚Gekleidet in Licht‘ in der Rubrik ‚Erbauliches‘). Und ist nicht Christus gerade dieses ‚Lamm Gottes‘, das ursprüngliche ‚Passah-Opfer‘, durch das wir erlöst sind?! So mag ein jeder ‚Christ‘ selbst entscheiden, ob er nicht manchen jüdischen Brauch, manche jüdische Betrachtungsweise auch für sich erwählen will. Jesus selbst wird sicher alle jüdischen Bräuche pflegen, welche nicht dem Wesen des lebendigen Gottes widersprechen. Und unserem Herrn sollen wir nachfolgen, sein Beispiel nachahmen. Und wiederum sei die Betonung auf die GEGENWART gelegt: Nicht ‚damals‘ hat Jesus so und so getan. IMMER tut er, und ‚hier und jetzt‘ ganz besonders!

Die Gefahr des Suchens von biblischen Geschehnissen ALLEIN in der äußerlichen ‚Zeitwelt‘ unserer ‚Historie‘ besteht darin, dass dieses ‚Festmachen‘ der Dinge nichts anderes ist, als das ‚ans Kreuz nageln‘ des Geistes, der in den biblischen Geschichten lebendig ist, es ist ein ‚Binden der Seele‘ in die erstarrende Materie der ‚vier Elemente‘ hinein – in der Bibel auch immer wieder als das ‚Anfertigen von gegossenen Bildern‘ umschrieben.

Der Leiter des Friedrich-Weinreb-Tonarchivs, Dieter Miunske, weist in einem seiner Vorträge darauf hin, dass das Wort ‚wann‘ in der Bibel (im Hebräischen Original) GENAU GLEICH geschrieben wird, wie der Begriff ‚mein Tod; mein Tot-sein‘: ‚Mattaj‘ und ‚Methi‘ (beides geschrieben mit den drei Zeichen Mem-Thaw-Jod).

Mal ein kleiner Ausflug in die Zahlensymbolik: Der Zahlenwert dieses Begriffs ‚wann’/’mein Tod‘ ist die 450, was die ’45 auf der nächsten Ebene‘ ist – und die 45 ist die Zahl von ‚Adam‘ (1+4+40 = 45). Die 45 von Adam kann als die Zahl des ‚Menschen im Ursprung‘ begriffen werden (für den ‚Ursprung‘, die ‚Vergangenheit‘, das ‚Vorweltliche‘ stehen in der Zahlenmystik die ‚Einer‘), die sich dann als ‚450‘ in der ‚Gegenwart‘ zeigt (für welche die ‚Zehner‘, bzw. das je Zehnfache der ‚Einer‘ stehen); der ‚ursprüngliche Adam‘ erweist sich also für unsere Gegenwart als ‚mein Tod‘ …

… und das Wort ‚Wo‘ in der Bibel ist meist das Hebräische ‚Aj‘, oder ‚Ajeh‘, geschrieben Aleph-Jod(-He). Exakt identisch geschrieben wie das Wort für einen ‚Küstendämon‘ (ausgesprochen dann als ‚Ij‘, im Plural ‚Ijjim‘, siehe etwa Jesaja 34,14, wenn auch dort oft anders übersetzt, etwa als ‚wilde Hunde‘, ‚Marder‘, ‚Hyänen‘, ‚monsterous beasts‘, ‚wild beasts of the island‘, ‚wolves‘), oder schlichtweg für ‚Küste‘ und ‚Insel‘.

Und zu diesem Begriff eines ‚Küstendämons‘ ist zu sagen, dass es ein Wesen ist, das gerade an der ‚Küste‘, an der ‚Grenze‘ zwischen ‚Trockenem‘ und ‚Wasser‘ lebt, symbolisch also im Übergangsbereich von Ewigkeit und Zeitlichkeit. Und genau DORT lauert durch diese Wesen dann eben die Gefahr.

So ist die Frage nach dem ‚Wo?‘ eines Geschehens nicht an sich schon ‚böse‘. Aber sie bringt uns in ein Gebiet, in dem durchaus Gefahren lauern. Man sei also vorsichtig auch mit ‚geografischen‘ Einordnungen von biblischem Geschehen (und dazu sei auch alles ‚über die Schrift hinaus gehende‘ an Überlieferungen gezählt, sei es jüdischer, christlicher, oder sonstiger Tradition).

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